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Interessante Links zu diesem Thema:


Kommentar von Harald Lesch zum Klimawandel in
seiner betont saloppen Art:
http://www.youtube.com/watch?v=nK01b2kevc0

Bis zum letzten Tropfen - Vom Ende des Öls:
Warum nur wurde diese spannende ARD Sendung nur einmal in der Urlaubszeit um 23:45 gezeigt?
http://www.ardmediathek.de

Der österreichische Experte Michael Cerveny forscht seit mehreren Jahren zu diesem Thema:
Peak Oil - Daten & Fakten






Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Hohe Kollektor-Temperaturen in der Übergangszeit und auch im Winter durch





  • Kein Wärmetauscher für den Solarkreislauf

  • Der alte Speicher kann meist bleiben

  • Wartungsarm: Kein Frostschutzmittel, das getauscht werden und als Sondermüll entsorgt werden muss

















































































































































Aktuelle Entwicklungen am Erdöl-Markt

(Quelle: Aussendung der Grünen Wirtschaft vom Dezember 2010)


Deutlicher Anstieg der Erdöl-Preise

Vor dem Hintergrund einer sich äußerst rasch erholenden Weltwirtschaft sind die Spotmarkt-Preise für Erdöl während der letzten Monate von rund 70 auf über 90 US-Dollar/ Barrel – und damit über den Höchstwert des Jahres 2007 – gestiegen. Die Analysten von Goldman Sachs und J.P. Morgan erwarten für die kommenden beiden Jahre durchschnittliche(!) Ölpreise zwischen 100 und 110 US-Dollar, was deutlich über dem bisherigen Rekordjahr 2008 mit einem Durchschnittspreis von 97 US-Dollar liegen würde.

OPEC ist wehrloser Zuseher

Beim OPEC-Meeting Mitte Dezember in Quito/Ecuador hat sich das weltweit bedeutendste Förderland Saudi-Arabien für einen »guten und fairen Ölpreis« zwischen 70 und 80 US-Dollar ausgesprochen. Das ist ein weiterer verzweifelter Versuch des Kartells, den Konsumentenländern zu suggerieren, man könne den Ölpreis noch immer wie in den 70er Jahren beeinflussen.

Die Jahre 2007 und 2008 haben jedoch bereits eindrucksvoll gezeigt, dass die OPEC ihre Förderquoten (zumindest ohne Überbeanspruchung ihrer Ölfelder) nicht mehr ausweiten kann und ihre gestaltende Rolle auf den Erdöl-Märkten längst verloren hat. Auch das letzte von der OPEC zu Beginn des Jahres 2005 offiziell verlautbarte »Preisband« (40 bis 60 US-Dollar) wurde von den Börsen nicht einmal ignoriert.

»Ein Preisanstieg über 100 US-Dollar wäre ein Indiz, dass etwas mit den Fundamentaldaten nicht in Ordnung ist«, unterstrich OPEC-Generalsekretär Abdalla El-Badri in bemerkenswerter Offenheit.

»Peak Oil« findet soeben statt

Es gibt mittlerweile immer überzeugendere Hinweise, dass der unkontrollierbare – und von der Finanzkrise nur vorübergehend gedämpfte – Preisanstieg auf den Erdöl-Märkten das Symptom einer dramatischen Verknappung des Angebots vor dem Hintergrund einer weiterhin ungebremst steigenden Nachfrage ist.

Die Autoren einer im heurigen August publizierten und viel beachteten Studie der Deutschen Bundeswehr (!) mit dem Titel »Peak oil – Sicherheitspolitische Implikationen knapper Ressourcen« gehen davon aus, dass der irreversible Höhepunkt der weltweiten Erdöl-Produktion »um das Jahr 2010 zu verorten ist«.

Internationale Energieagentur korrigiert ihre Prognosen

Auch die der Schwarzmalerei sicherlich gänzlich unverdächtige Internationale Energieagentur (IEA) der OECD in Paris hat ihr »World Reference Scenario« massiv korrigiert: Ging man vor einigen Jahren noch von einer möglichen Ausweitung der täglichen Erdölförderung von derzeit 85 auf 121 Millionen Barrel bis zum Jahr 2030 aus, so ist in der neuesten Ausgabe des »World Energy Outlook 2010« nur mehr von 96 Millionen Barrel/ Tag bis zum Jahr 2035 die Rede.

Ob eine weitere Steigerung der weltweiten Fördermenge überhaupt möglich ist, ist jedoch mehr als fraglich, wie folgende Grafik der IEA zeigt:

Die IEA hat offenbar die Tatsache akzeptiert, dass »Peak Oil« im Bereich »Crude Oil« (konventionelles Erdöl, dicke dunkle Linie) bereits im Jahr 2006 stattgefunden hat und dass Ausweitungen der Gesamtmenge lediglich mit unkonventionellem Erdöl (z.B. Ölsande, gelb) und Natural Gas Liquids (Flüssiggas, lila) erzielt werden können. Voraussetzung für eine Ausweitung ist jedoch, dass in den kommenden Jahren der massive Einbruch bei den bereits produzierenden Ölfeldern (6 bis 7% Rückgang jährlich, dunkelblau) mit neuen Feldern (hellblau) ausgeglichen wird.
Der für die hellblaue Fläche verwendete Begriff (»Fields yet to be developed or found«) deutet jedoch auf etliche Fragezeichen hin:

Bereits entdeckte Reserven

Bezüglich bereits entdeckter Reserven (»yet to be developed«) gibt es massive Unsicherheiten. Es gibt erstzunehmende Hinweise, dass die Erdölreserven vieler OPEC-Länder »politisch geschönt« sind. So behandelt beispielsweise Saudi Arabien, das Land mit den größten Ölreserven, alle diesbezüglichen Daten seit mehr als zwei Jahrzehnten als absolutes Staatsgeheimnis.

Im Jahr 1988 hat Saudi Arabien seine offiziell ausgewiesenen Reserven von 170 auf 255 Milliarden Barrel erhöht, ohne dass es zu dieser Zeit nennenswerte Explorationserfolge gegeben hat. Dies geschah offensichtlich aus rein markttaktischen Gründen, da die OPEC in den 80er Jahren die Förderquoten ihrer Mitgliedsländer von der Höhe der ausgewiesenen Reserven abhängig machte, was einige Länder animierte, ihre diesbezüglichen Statistiken sehr freizügig nach oben zu »korrigieren«.

Obwohl Saudi Arabien seit 1988 mehr als 75 Milliarden Barrel Öl exportiert hat, werden seit zwei Jahrzehnten praktisch konstante Reserven zwischen 260 und 265 Milliarden Barrel ausgewiesen, was wahrscheinlich äußerst unrealistisch ist. Angesichts der Tatsache, dass die tatsächlich noch vorhandenen Erdöl-Reserven Saudi Arabiens einen der wichtigsten weltwirtschaftlichen Parameter darstellen, sind die diesbezüglichen Unsicherheiten mehr als besorgniserregend!
Erhoffte Neuentdeckungen: Auch die Zahlen bezüglich der hoffentlich noch zu entdeckenden Felder sind als mehr als optimistisch zu bezeichnen: Es gibt weltweit nur mehr wenige nicht untersuchte Gebiete, in denen sich noch unentdecktes Erdöl befinden könnte. Trotz maximalen technischen Aufwands werden nur mehr kleine Vorkommen unter immer schwierigeren Bedingungen gefunden.

So hat zum Beispiel der britische Erdöl-Konzern BP im September 2009 im Golf von Mexiko das Tiber-Ölfeld entdeckt, das in der internationalen Presse als »gigantischer Fund« beschrieben wurde. Für die Exploration musste ein 10.685 Meter tiefes Bohrloch in einer Meerestiefe von 1.259 Metern angelegt werden, was die bis dato weltweit tiefste Bohrung dieser Art war. In diesem Feld sollen 4 bis 6 Mrd. Barrel lagern, von denen in frühestens fünf bis sechs Jahren maximal 20 bis 30% gefördert werden können. Dies entspricht dem weltweiten Erdöl-Bedarf von rund zwei (!) Wochen.

Klar ist, dass unter solchen Bedingungen gefördertes Öl extrem teuer sein muss. Auch die Nettoenergie-Ausbeute sinkt dramatisch, da die Förderung aus solchen Lagerstätten selbst extrem energieaufwändig ist.
Zusammengefasst: Um die Rückgänge der bereits produzierenden Felder ausgleichen zu können, müssen in den kommenden beiden Jahrzehnten neue Felder der vierfachen (!) Förderleistung von Saudi Arabien in Produktion gebracht oder erst neu entdeckt werden. IEA-Chefökonom Fatih Birol bezeichnete diese Aufgabe unlängst als »very, very, challenging«. – Übersetzung: Vollkommen unmöglich!

Alarmierende Daten


  • Für kleine, fast zur Gänze von Erdöl-Importen abhängige OECD-Länder wie Österreich sind folgende Daten alarmierend: Auf dem Gebiet der OECD-Staaten hat Peak Oil bereits im Jahr 1997 stattgefunden. Die Produktionsleistung der OECD-Staaten ist bereits auf 85% des Maximalwertes gesunken und sinkt pro Jahr um weitere 1 bis 2%.
  • Die weltweiten Produktionszuwächse wurden in den letzten Jahren zur Gänze in den Produktionsländern selbst konsumiert, da z. B. in den Ländern des Mittleren Ostens der Ölverbrauch rapide anwächst. Der Peak im Bereich des tatsächlich exportierten Öls hat bereits im Jahr 1998 – dem Beginn der Ölpreis-Rally – stattgefunden. Seitdem ist die exportierte Menge Öl um rund 7% gesunken.
  • Die Erdöl-Nachfrage Chinas, wo genug Geld vorhanden ist, um auch sehr hohe Ölpreise zu bezahlen, steigt weiterhin exponentiell an. Die Wachstumsraten Chinas werden auch in den kommenden Jahren bei rund 10% liegen. Die chinesischen Ölimporte sind im vergangenen Jahrzehnt um durchschnittlich 15% pro Jahr gestiegen. Das bedeutet eine Verdopplung alle fünf Jahre!

Massive Preissteigerungen und Verteilungskonflikte

Durch die fortschreitende Verknappung des Erdöl-Angebots und eine äußerst unelastische Nachfrage der Weltwirtschaft müssen wir in den kommenden Jahren mit massiven Preissteigerungen und weltweiten Verteilungskämpfen um die zu Ende gehenden fossilen Ressourcen rechnen.
Laut oben erwähnter Bundeswehr-Studie »stellt ein globaler Mangel an Erdöl ein systemisches Risiko dar, denn durch seine vielseitige Verwendbarkeit als Energieträger und als chemischer Grundstoff wird so gut wie jedes gesellschaftliche Subsystem von einer Knappheit betroffen sein«.
Das bedeutet: Wir befinden uns am Vorabend einer globalen Energiekrise, die die österreichische Wirtschaft aufgrund jahrelangen Ignorierens und fortgesetzter Untätigkeit fast gänzlich unvorbereitet treffen wird.
Es ist auch durchaus plausibel, dass der massiv gestiegene Ölpreis (In den USA stiegen die Treibstoffpreise zwischen 2003 und 2008 fast auf das Dreifache an!) ein Mitauslöser der Finanz und Wirtschaftskrise war. Demnach könnte diese Krise der erste Zyklus des folgen- den Teufelskreises sein:
Phase 1: Die Wirtschaft boomt. Die Erdöl-Nachfrage wächst. Die Preise steigen. Die Ölkonzerne investieren in Exploration und teure Fördertechnologie.
Phase 2: Der Preis steigt über ein erträgliches Niveau. Die Konjunktur bricht zusammen. Die Erdöl-Nachfrage geht spürbar zurück. Die Preise rasseln in den Keller. Teure Explorationsprojekte werden aufgrund der Investitionsunsicherheit gestoppt. Die Weltwirtschaft stabilisiert sich auf tieferem Niveau. Und der nächste Zyklus startet.

Folgende Mega-Trends erscheinen unausweichlich


  • Sprunghafte Verteuerung aller Energieformen: Alle anderen Energieträger werden die Preisentwicklung des Erdöls nachvollziehen. Auch bei anderen fossilen Energieträgern gibt es Peaks, die umso schneller eintreten, je mehr mit diesen die Produktionseinbrüche bei Erdöl kompensiert werden sollen (z.B. Kohleverflüssigung). Viele Experten sprechen bereits von einem »Peak fossil« oder einem »Peak everything«.
  • Massive Verschlechterung der Rahmenbedingungen für alle energieintensiven Produkte bzw. Produktionsweisen.
  • Signifikante Verteuerungen der meisten Industriegüter, da Erdöl direkt oder indirekt zur Produktion von 95% aller Produkte benötigt wird – dadurch nachhaltige Veränderungen im Konsumverhalten.
  • Deutliche Dämpfung der Inlandsnachfrage bzw. stark wachsende Kaufkraftabflüsse aufgrund massiver Verteuerung von Energie-Importen.
  • Erhöhte Abhängigkeit von einigen wenigen Erdöl-Förderländern, die sich fast alle in Kriegs- und Krisenregionen befinden und ihren Energiereichtum für ihre geostrategischen Interessen verwenden werden. Der Anteil des auf dem globalen, frei zugänglichen Ölmarkt gehandelten Erdöls wird zugunsten des über binationale Kontrakte gehandelten Öls abnehmen.
  • Massive Auswirkungen auf den interkontinentalen Frachtverkehr verbunden mit einer Re-Regionalisierung der Wirtschaftskreisläufe.
  • Massive Veränderungen im Mobilitätsverhalten mit starken Auswirkungen auf den Einzelhandel (Einkaufszentren am Stadtrand), den Tourismus und den Wirtschaftsverkehr. Insofern ist es äußerst bedenklich, dass derzeit neue Straßen gebaut werden sollen, während man gleichzeitig etliche Bahnlinien einstellt!
  • Transformation der Wegwerf-Gesellschaft in eine Reparatur- und Wiederverwertungs- Gesellschaft.
  • Erhöhter Flächenbedarf in der Landwirtschaft durch Umstellung auf Bio-Landbau ohne Düngemittel und Pestizide (Petrochemie) sowie zunehmende Flächenkonkurrenz von Nahrungsmitteln und Biotreibstoffen. Massive Veränderungen der Ernährungsgewohnheiten mit einem deutlichen Sinken des Konsums tierischer Nahrungsmittel.

Die Zeit drängt!

Auch wenn das Herannahen der globalen Energiekrise erst ansatzweise spürbar ist, ist es höchste Zeit, sich intensiv mit dieser Thematik auseinander zu setzen und unsere Wirtschaft bzw. die heimischen Unternehmen auf das Kommende vorzubereiten.

Im vor wenigen Jahren vom US-Energieministerium in Auftrag gegebenen Hirsch-Report (Robert Hirsch: »Peaking of World Oil Production: Impacts, Mitigation, & Risk Management«) wird für den Übergang zu einem »post-fossilen« Wirtschafts- und Gesellschaftssystem ein Mindestzeitraum von zwei Jahrzehnten veranschlagt.

Und in der oben erwähnten Bundeswehr-Studie heißt es: »Der Faktor Zeit kann für den Erfolg der Transformation zu post-fossilen Gesellschaften entscheidend sein. Um diesbezügliche demokratische Entscheidungsprozesse zu beschleunigen, müssen die Gefahren einer erodierenden Ressourcenbasis im gesellschaftlichen Bewusstsein verankert werden. Nur so kann das notwendige Problembewusstsein für anstehende Weichenstellungen entstehen.«
asdfasdf